Ich habe jedes Mal Muehe einen Titel zu finden, ohne geht es leider nicht.
Nun bin ich schon etwas mehr als eine Woche in Bontoc und ich habe mich schon ein bisschen besser eingelebt. Die Filippinos sind auch sehr hilfsbereite und freundliche Menschen.
Sie sind auch sehr spontan, dass merkte ich im Teng ab (Praktikumsstelle). Einmal pro Monat feiern die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zusammen eine Messe. Kurz vor der Messe bespricht man zusammen, welche Lieder man singen will und man sucht noch einen Priester, der die Messe haelt. Nach ein paar Telefonanrufe erklaerte sich ein Pfarrer bereit, die Messe zu gestalten. Er predigte ganz spontan und frei, ohne vorher etwas aufzuschreiben.
Auntie Grace (meine Gastmutter) entschied sich am Freitag auch ganz spontan, schon jetzt nach Baguio zu reisen. Eigentlich wollte sie erst naechste Woche verreisen. Hier wird sehr kurzfristig geplant und es ist noch spannend, jeden Tag etwas Neues zu erleben.
Bei der Arbeit schaute ich in das Education Catechetical Office hinein, da gaben sie mir ein paar Aufgaben. Ich musste ihnen erklaeren, wie man in der Schweiz Religion unterrichtet. Sie gaben mir dazu das Thema "Biblical stories". Ich zeigte ihnen 6 verschiedene Lernmethoden auf:
1. Ein Mind Map mit der Klasse machen.
2. Verschiedene Posten aufstellen und die Klasse in Gruppen aufteilen, so dass sie die Themen selbststaendig erarbeiten. In der Art eines Postenlaufs
3. Einen Film zeigen.
4. Zusammen eine Geschichte lesen.
5. Einen Kreis bilden und jemandem einen Ball zu werfen, derjenige muss dann eine Geschichte erzaehlen und immer so weiter.
6. Eine Frage wie bei "Wer wird Millionaer?" stellen und dann die Geschichte der Klasse erzaehlen.
So sah zwar bei uns der Unterricht selten aus...
Dann schrieb ich noch einen Text ueber die Heilige Mutter Maria. Dabei musste ich beschreiben, wie wichtig sie fuer mich und fuer die Schweizer ist. Ich schrieb, dass die Kirchen in der Schweiz nur noch wenige Personen besuchen. Dabei erschraken sie sehr und fragten mich, wieso dies so sei. Man muss ja nur eine Stunde in die Messe gehen, was wir denn sonst so machen wuerden. Ich erklaerte ihnen, dass wir ein grosses Angebot an Freizeitbeschaeftigung haben. Die Autoritaet der Schweizer Priestern ist auch nicht so hoch wie hier auf den Philippinen, aber richtig verstehen werden sie es gleich nicht.
Zwischendrin tippte ich Unterrichtsplaene in den Computer ein.
Jeden Tag erhalte ich neue Aufgaben und ich werde sicher auch einmal die Moeglichkeit nutzen bei einem Seminar oder bei einem Treffen teilzunehmen.
Sie erzaehlten mir auch, welche politischen Themen in der Politik im Moment aktuell sind. Sie nennen es DEATH. Divorce (Scheidung), Euthanasia (Sterbehilfe), Abartion (Abtreibung), Two child policy (pro Ehepaar nur 2 Kinder), Homosexual marriage. Die Kirche bekaempft natuerlich diese Vorstoesse.
Ich war ein bisschen ueberrascht, weil diese Themen bei uns in der Schweiz auch sehr aktuell waren/sind. Nur, dass man bei uns mehr Kinder wuenscht, um das Verhaeltnis Alt und Jung zu verbessern. Die meisten Familien haben hier viele Kinder. Ein Grund ist sicher auch die Verhuetung, sie wissen zwar darueber Bescheid, aber die Verhuetungsmitteln sind fuer ihre Verhaeltnisse ziemlich teuer, obwohl ein Kind viel mehr kostet...
Nach ein paar Tagen Reis, fragte ich meine Gastfamilie, ob ich einmal kochen koennten. Sie freuten sich, einmal Schweizer Kost zu probieren. Da es keinen Backofen gibt, entschied ich mich mein Leibgericht Apfelkoch zu zubereiten. Sie probierten es und so wie sie sagten, war es gut, aber sie assen trotzdem ein bisschen Reis dazu. Da kam mir eine Werbung in den Sinn: Schweizer Fleisch, der Rest ist Beilage. Hier wuerde ich es so formulieren: Philippinischer Reis, der Rest ist Beilage.
Mir faellt hier auch auf, dass es jeden Tag einen Waldbrand gibt. Bei uns in der Schweiz wuerde es ein Aufsehen erwecken, aber hier scheint es normal zu sein. Damit wollen sie Weideplaetze fuer ihre Wasserbueffeln gewinnen, eigentlich schade.
In Philippinen ist im Moment Regenzeit, der Regen ist hier ein Geschenk Gottes. So koennen sie Wasser sammeln. Man kann die verschiedensten Varianten entdecken, wie man Wasser sammelt. Wie ich schon mehrmals geschrieben habe, ist Wasser hier ein grosses Problem. Es gibt viel Streit und diese enden manchmal tragisch. Bei uns koennte dies auch einmal ein Problem werden, wenn es immer weniger regnet und die Gletscher weiter so schnell schmelzen.
Wenn ihr Fragen oder Themen habt, die euch brennend interessieren, meldet es mir.
Natuerlich wuerde ich mich auch ueber Neuigkeiten aus der Schweiz freuen.
Bis zum naechsten Mal und maechets guet.
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2 Kommentare:
Hallo Kleriker :-)
Netter Blog. Hoffe, Du laesst Deine Sonntagsschule auch mal links liegen und versuchst, das wahre Leben auf den Phils kennen zu lernen...
Alles Gute und viel Vergnuegen,
UG
hola baschi. hihi dein blog ist richtig lustig und interessant.. schreib weiter so!lieber gruss von der andren seite. bernadette
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