Samstag, 16. Juni 2007

Erste Eindruecke

Manila:
Die Hauptstadt von Philippinen ist sehr gross und fuer einen Europaeer sehr anstrengend, denn alle wollen etwas von dir. Es ist eine Weltstadt und man erhaelt alles moegliche, es soll sogar Schweizer Geschaefte geben.
Taxifahren ist hier sehr spannend. Die Strassen sind meistens 3-4 spurig und die Autos ueberholen von links und von rechts, hier wuerde ich total ueberfordert sein mit Autofahren, aber ich fuehlte mich ziemlich sicher. Man wechselt auch viel mehr die Spur und ich glaube, die Schweizer Polizisten kaemen mit Bussen verteilen nicht mehr nach. Zuerst sagen die Taxifahrer, sie wuessten nicht genau, wo das Hotel oder die Busstation sei, aber sie finden es gleich relativ sicher. Die Busstation zu finden, war sicher nicht so einfach, weil dort nur ein Bus in einem kleinen Parkplatz war. Es gibt dort keine Busstationen wie in der Schweiz. Ich war ziemlich froh, als wir da waren. Die Busfahrt in der Nacht war nicht gerade spannend um noch mehr Woerter zu verlieren, sie war einfach lang. Die Strassen in den Bergen kann man mit unseren Bergstrassen vergleichen. Nur etwas fiel mir auf, sie ueberholen bei jeder unmoeglichsten Stelle, ein Wunder das manchmal kein Unfall passierte...

Bontoc:
Am Donnerstag Morgen traf ich in Bontoc (ca. 20000 Einwohner) ein und wurde von Marianne (BMI-Fachperson) empfangen. Ich konnte bei ihr fruehstuecken und dann brachte sie mich zu meiner philippinischen Gastfamilie (sie sind sehr freundlich). Ich erholte mich noch ein bisschen und richtete dann mein Zimmer ein.

Eindruecke:
Boom Taetsch Boom: 15 Stunden fliegen, man ist in einer grossen, etwas schmutzigen Weltstadt.
Boom Taetsch Boom: 12-13 Stunden Bus fahren und dann landet man in einer total anderen Welt, als man sich gewoehnt ist. Das muss man zuerst einmal verdauen. Im Moment habe ich noch etwas zu beissen, aber ich werde mich schon noch einleben. Ich muss zuerst noch etwas lernen, wie man sich am besten verhaelt. Zum Glueck ist die Schweizer Familie da und sie ist ziemlich hilfsbereit und erklaeren mir alles, was ich wissen will.

Wasser: Stellen sie sich, geschaetzte Leserinnen und liebe Leser, eine alte Berghuette ohne fliessendes Wasser vor. Genau so leben hier die meisten Leuten (oder sogar alle, ich weiss es noch nicht). Bei meiner Gastfamilie ist es so: unter dem Haus fliesst eine Quelle. Man nimmt einen Wasserkessel und fuellt ihn mit Wasser und leert das Wasser in einen Wassertank. Das Wasser muss man zuerst abkochen, bevor man es trinken kann. Das Wasser, um die Haende zu waschen, ist in einem Plastikkuebel und dort waescht man die Haende mehrmals. Hier lerne ich, wie man mit wenig Wasser auskommt.
Die Dusche und das WC sind ausserhalb des Hauses. Auch dort hat es einen Wassertank. Beim WC gibt es keine Spuelung, man leert einfach selber etwas Wasser hinein, um es wegzuspuelen. Duschdruesen (Die Schweizer Familie hat Duschdruesen und ich kann manchmal dort mit warmen Wasser duschen) findet man auch keine, man duscht sich mit einem Wasserkuebel, ist zwar kalt, aber etwas Abhaertung tut gut. Wasser ist hier sicher ein sehr wertvolles Gut, wie eigentlich bei uns auch, nur leben sie bewusster mit dem Wasser.

Abfall: Der Abfall der gesamten Stadt wird an einen "Stutz" gebracht und zwei Mal pro Monat dort verbrennt.

Tiere: Hunde, Hunde und nochmals Hunde, wie ich Hunde liebe. Nein meine Lieblingstiere sind sie nicht, diese freilaufenden und bellenden Kreaturen. Huehner trifft man hier auch sehr viele an und sie laufen frei und friedlich umher, bei uns undenkbar. Im Markt konnte ich beobachten, wie sie Huehner schlachten. Sie haben einen Holzschlaeger und schlagen das Huhn so lange bis es tot ist, dann rupfen sie das Huhn, die uebriggeblienen Feder werden dann mit einer Flamme verbrennt.
Viele Haushaelte besitzen auch eigene Schweine, die sie zum Ueberleben brauchen, manchmal bezahlt man auch mit Schweinen anstatt mit Geld. Eine Art Lebensversicherung oder Sparschwein.

Essen: verhungern werde ich sicher nicht, denn hier gibt es genuegend Reis, bei jeder Mahlzeit gibt es einfach Reis. Ich werde sicher manchmal bei der Schweizer Familie essen, um Schweizer Kost zu geniessen. Sonst ist das Essen sehr einfach, es gibt viel Fisch, Poulet, Fleisch und Pilze. Zum Glueck lebe ich nicht nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht. Sonst haette ich einige Probleme. Die Familie sieht es gerne, wenn ich von allem esse und besonders viel. Leider ist der Reis nicht sehr naehrhaft.

Haeuser: Sind sehr klein und einfach gebaut. Hier ist es auch sehr heiss und feucht, darum braucht es auch nicht bessere Haeuser

Hochzeit: Heute morgen haette ich zwei Hochzeiten besuchen koennen, eine in einem 6 km entferntes Dorf mit meiner Gastfamilie und eine hier in Bontoc mit der Schweizer Familie, ziemlich lustig. Wenn ich wieder in der Schweiz bin, werde ich am 1. Samstag auch eine Hochzeit besuchen. Ich entschied mich der Hochzeit mit der Schweizer Familie anzuschliessen. Um 9 Uhr fing die Messe an. Die Messe ist nicht so ruhig wie bei uns, weil die Kirchentueren offen bleiben und die Personen kommen hinein und gehen wieder. Alles ist ein bisschen beweglicher. Nach der Hochzeitsmesse kann das halbe Dorf (eher Stadt) das Mittagessen beim Brautpaar einnehmen. Zum Essen gibt es: Reis (was den sonst), Nudeln, verschiedenes Fleisch und etwas Gemuese oder aehnliches. Das Essen gibt man meistens in einem Plastiksack ab und man geht wieder nach Hause. Wir konnten irgendwo sitzen und bei den Gaesten essen, wahrscheinlich weil wir Americanos (so nennt man uns hier) sind. Nach dem Essen verliessen wir das Hochzeitsfest wieder. Die Bekannten und Verwandten werden jetzt sicher noch den ganzen Tag feiern.


Zu meiner Ueberraschung funktioniert hier das Internet tadellos und ich erwarte keine Probleme.
Ich bedanke mich fuer eure Eintraege ins Gaestebuch und fuer die Kommentaere. Ich freue mich immer sehr darueber und man merkt auch, dass mein Blog besucht wird. Das tut gut.
Am Montag werde ich mit meinem Praktikum anfangen und werde dabei sicher mehr ueber die Kultur lernen.
Maechet s guet und en gueti Zyt!

Mittwoch, 13. Juni 2007

Die Reise

Montag um 22:15 Uhr flog mein Flugzeug Richtung Dubai. Das Flugzeug war ziemlich leer und so konnte ich 4 Sitze fuer mich beanspruchen und konnte sehr gut schlafen.
In Dubai zeigte das Queksilber um 6 Uhr morgens schon 30 Grad Celsius. Der Warteraum war ziemlich ueberfuellt, aber es war sehr interessant die Personen zu beobachten.
Das Flugzeug nach Manila war bis zum letzten Platz voll. Als wir um 23:30 ankamen war es immer noch sehr heiss und feucht. Ein Taxi brachte mich dann zum Hotel (eher ein Backpacker) und ich erhielt gluecklicherweise ein klimatisiertes Zimmer, sonst haette ich wohl kaum geschlafen.
Nun warte ich, bis es Abend wird und ich meine Reise Richtung Bontoc fortsetzen kann.
12 Stunden Busfahrt, wird sicher lustig.
So bis zum naechsten Mal, dann werde ich sicher etwas mehr Zeit zur Verfuegung haben und einen laengeren Bericht schreiben.
Machets guet!

Freitag, 1. Juni 2007

Philippinen

Ich werde am 11. Juni nach Philippinen verreisen, um ein HOPLAA-Praktikum (Hospitations-Praktikum Lateinamerika, Asien und Afrika). Dieses Praktikum bietet Bethlehem Mission Immensee für 20 bis 30 jährige Personen an. In Bontoc (Insel Luzon, etwas nördlich, in den Bergen) werde ich bei einer einheimischen Familie wohnen, aber zusammenarbeiten werde ich mit einer Luzerner Familie. Sie haben 3 Kinder (2 Söhne und 1 Tochter). Der Mann ist Theolog und arbeitet auf einem Sekreteriat des Bistums und die Frau ist Kindergärtnerin. Ich werde versuchen, sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen und auch sehr viele neue Eindrücke zu sammeln. Ich hoffe, dass ich mit vielen neuen Ideen in die Schweiz zurückkehre. Wer näheres von Bethlehem Mission Immensee (eine sehr offene und der Zeit angepasste Organisation) erfahren will, empfehle ich die Internetseite: www.bethlehem-mission.ch

Gerne möchte ich euch den Archipel Philippinen mit 7107 Inseln etwas näher bringen. Die Gesamtfläche beträgt etwa 300'000 Quadratkilometern und es leben ungefähr 86 Mio Menschen (mehr als 10 Mal so viel wie die Schweiz) auf knapp 800 Inseln. 2000 von diesen Inseln sind ungefähr 1-2 Quadratmeter gross und haben daher keinen Namen. Wenn jemand auf eine einsame Insel verreisen will, findet er oder sie sicher eine. :-)
Auf den Philippinen befinden sich ungefähr 20 aktive Vulkane. Der Archipel liegt in den niederen tropischen Breiten. Zwischen Mai und November ist Regenzeit und durchschnittlich sind 6,35 Taifune pro Jahr auf Besuch. Das Klima wird durch die umgebenden Meere geprägt, von denen kein Ort weiter als 200 Kilometer entfernt ist. Die Temperatur liegt praktisch das ganze Jahr bei 26°C.
Auf den Philippinen leben ungefähr 5'000 verschiedene Tierarten und man kann 14'000 Pflanzen bestaunen.
90 % der Bevölkerung sind Malaien und 2 % Negritos (Ureinwohner). Es folgen noch Chinesen, Inder, Araber, Spanier (spanische Kolonialzeit ca. 1571-1898) und US-Amerikaner (Kolonialzeit 1898- ungefähr 1946)
91% der Bevölkerung gehören dem christlichen, überwiegend katholischen Glauben, 5 % dem Islam. Unter den restlichen 4 % dominieren Buddhisten, Taoisten, Hinduisten und Anhänger animistischer Religionen.
Reisezeit: Zürich-Dubai (4h Aufenthalt) - Manila: ungefähr 15 Stunden
Manila-Bontoc (Bus): ungefähr 12 Stunden.
So jetzt habe ich euch genug mit Zahlen beworfen. Ich werde in diesem Blog versuchen, meine Eindrücke zu schildern. Das Internet wird nicht immer funktionieren und daher werden meine Beiträge nicht regelmässig erscheinen. Ich wünsche viel Spass beim Lesen und freue mich über jeden Kommentar, über E-Mails und SMS.
Ein Gästebuch wird noch folgen.
Ich wünsche allen einen schönen und spannenden Sommer.


Quelle: Handbuch Philippinen, Niklas Reese, Rainer Werning (HG.), Verlag Horlemann, S. 17-18